Quno vom Drosselberg - Daten

Quno vom Drosselberg
Wurftag: 01.09.1999
Zuchtbuchnummer: 215944
Quno vom Drosselberg
Quno vom Drosselberg
Zuchtbuchnummer 215944
Wurftag 01.09.1999
Vater Arpard von Monastir
Mutter Killy vom Drosselberg
Geschwister Quintus, Quantus, Quadro, Qrocker
Ausbildungskennzeichen BH VPG1 FH2
Zuchtwerte HD / Krypto 131 / 89
HD D2
Farbe rge
Tätowierung D 94 - Q 5

Abschied
Mein Quno - unser großer Junge! -, du fehlst mir so sehr.

An einem Freitag im Februar im Schaltjahr 2008 mussten wir dich gehenlassen, es fiel uns so unendlich schwer. Vor allem ich wollte dich nicht hergeben, bist du mir doch so sehr an mein Herz gewachsen, dass es schmerzt, tiefe Wunden gerissen hat, so toll wehtut. Ich weine, wenn ich an dich denke, dieses hier niederschreibe, weil ich nicht weiß, wie ich meine Trauer wandeln kann - in Dankbarkeit, dass ich so viele schöne, anstrengende, lustige und manchmal schmerzvolle Zeit mit dir erleben durfte. Du bist weg - einfach weg, nicht mehr da, von heute auf morgen: weg! Eine Woche Zeit hatte ich, Abschied von dir zu nehmen, sie hat nicht ausgereicht - du fehlst mir. Ich weiß, es sind immer noch 4 Vierbeiner da, das sollte trösten, tut es aber nicht, denn du bist einzigartig - bist es noch, wirst es immer bleiben! Du, der immer der Erste an der Tür war, du, dessen Vertrauen man sich verdienen musste, du, der unbestechlich war, du, der immer alles verziehen hat, jede Ungerechtigkeit, jedes böse Wort. Du hast mich einfach nur angeschaut mit deinen wunderschönen braunen Augen und hast mich geliebt.
Ich weine, weil du mir fehlst. Allein nach dem Aufstehen und dem obligatorischen Blick in die Runde - auf deine Lieblingsplätze, leer - so leer. Diese Stille, ganz plötzlich, so ungewollt, so unheimlich. Du warst immer da, fordertest Aufmerksamkeit, Liebe und vor allem Fressen! Wie gut du uns dressiert hattest, ja pünktlich dein Fressen zu bekommen - und dann das Leckerli, manchmal eine schmerzhafte Angelegenheit! Und wenn es dir besonders gutging, hast du wie ein Broiler auf dem Rücken gelegen, die Lefzen hingen herunter als wenn du grinsen wolltest, deine Pfoten hingen halb in der Luft - manchmal ein wohliges Knurren, ein Klopfen mit deiner Rute, du fühltest dich wohl. Wenn wir spazieren gingen, du, dein Kumpel Casper und der Mops Anders, dann hast du auf alle aufgepasst, hast geschaut, dass deine Meute zusammenbleibt, hast potenzielle Feinde gewarnt. Dabei hast du keinen Unterschied gemacht, ob Mensch oder Tier, ob Rüde oder Hündin. Nur eine Ausnahme gab es für dich: Katzen und kleine schwarze Hunde. Die konnte man gut jagen! Und erst, wenn die Jagd deiner Meinung nach beendet war, kamst du ganz brav zurück und warst wieder der liebste Hund auf der Welt - es sei denn, es gab unterwegs einiges zu tun, wie z. B. Tempotaschentücher fressen oder sich in Menschen-AA zu wühlen, dann brauchtest du ein wenig länger… überhaupt hast du des Wegs immer viel für dich Leckeres "aufgetan", auch ließest du dir keine Möglichkeit entgehen, um auszutesten, ob sich Frauchens Meinung wohl geändert hätte. Und so hast du die Standpauke mit stoischer Ruhe über dich ergehen lassen, hast mich mit deinen schönen Augen angeschaut und um "gut Wetter" gebeten.
Vielleicht hilft es doch über seine Trauer zu schreiben, Quno. Ich merke, dass ich dich vor mir sehe: Auf dem Feld, im Garten, beim Spielen und lache in mich hinein: wieder fällt mir eine Begebenheit ein, deren Auslöser du warst. Dein heißgeliebtes Herrchen Carsten und ich wollten auf dem Balkon frühstücken, der Tisch war fertig gedeckt, es fehlten nur noch der Kaffee, Carsten und ich. Zuvor wolltest du, Quno, aber nochmals den Tisch kontrollieren. Das wäre auch fast gutgegangen, hätte da nicht der leckere Käse, wie von Geisterhand bewegt, beschlossen, sich das Leben zu nehmen und direkt in dein Maul zu springen. Dein Mitgefühlt mit dem Käse währte kurz - ich glaube, er hat dir sehr gemundet! Überhaupt schien Fressen eine Art Hobby für dich zu sein. Die Abendmahlzeit wurde exakt ein Stunde vorher mit deinem rituellen Gesang eingeläutet, wobei dieser sich stetig an Lautstärke steigerte, oftmals bis ich oder Carsten aufgab und dich und die anderen vorm Verhungern erretteten.
Ich könnte noch so viele kleine Anekdoten erzählen, aber das alles gibt höchstens ein wenig Trost, lindert jedoch nicht den Schmerz. Die Wege, die wir zu viert beschritten, deine Lieblingsstellen, das Klappern deines Halsbandes beim Spazierengehen, das alles fehlt mir, du fehlst mir. Dein Herrchen hat dir ein schönes Plätzchen in unserem Garten ausgesucht, dort am Zaun, wo ihr so gerne euer Revier verteidigt habt, du mit deiner kräftigen Stimme und imposanten Erscheinung. Fast wäre aus dem Grabmal Stonehenge geworden, wäre dein Herrchen nicht beim Steine klauen erwischt worden. Und vor allem hast du dort Gesellschaft, denn dort war auch des Vorbesitzers Hund begraben - du mochtest ja nie allein sein. Mir wiederum fehlst du, wenn ich auf der Couch liege und du immer ein wenig schneller als Casper warst. Mir fehlt sogar der Dreck, der immer unter deinen riesigen Pfoten haftete, der Sabber, den du fröhlich kopfschüttelnd verteilt hast, dein tropfnasses Fell, das du immer so gern zum Trocknen auf die Ledercouch legtest.
Lieber Quno, ich brauch noch ein wenig Zeit, um über diesen Verlust hinwegzukommen, ich weiß aber, dass, wärst du bei mir, du mich trösten würdest, indem du zu mir kämst, mich mit deinen warmen Augen anschautest, dich an mich schmiegtest und verstohlen meine Hand lecken würdest. Quno, ich werde dich nie vergessen!
In Liebe dein Frauchen